Afghanistan und kein Ende

Haben wir im letzten Artikel etwas von „klüger geworden“ geschrieben?

Leider ist dies mitnichten der Fall.

Ein Kommentator bei der faz, u.a. Journalisten überbieten sich zur Zeit in Sensationsmache, was die Situation in Afghanistan anbelangt, als ob es nicht von vornherein mehr als klar war, dass dort passieren würde, was nun tatsächlich passiert, da die USA Afghanistan angeblich «im Stich lässt».

Niemand lässt irgendwen im Stich. Es wird nur endlich der Realität ins Auge gesehen, und Letztere besagt, dass in Afghanistan gegen den Widerstand des grössten Teils der Bevölkerung von aussen keine Besserung der archaischen Zustände des Landes herbeigeführt werden kann.

Nun melden sich flugs die Gutmenschen ganz echauffiert und hysterisch zurück, man müsse handeln, man dürfe nicht das Land sich selbst überlassen, usw.
Diese Leute begreifen immer noch nicht, dass die Afghanen ganz offensichtlich zu dem zurückkehren wollen, was schon immer war in ihrem Land bevor oder nachdem sich fremde Mächte seit dem 19. Jahrhundert (Briten, Sowjets, Amerikaner und Europäer) immer wieder in ihre ureigensten Angelegenheiten eingemischt haben.

Bei Readon sind wir wahrhaftig keine Fans der Taliban. Ganz im Gegenteil. Deren vorsteinzeitliches Denken finden wir mehr als abstossend.

Aber was wollen diese Journalisten in dumm-dreister Gutmenschen Scheinheilgenmoral mit ihren vielen larmoyanten Artikeln denn eigentlich erreichen? Und dazu der notorische Röttgen? Der schon beim Syrienkonflikt dafür plädierte, unbedingt militärische Massnahmen zu ergreifen – die bisher auch rein gar nichts gebracht haben. Nun schwadroniert er davon, dass „die Bundeswehr wieder in Afghanistan eingreifen müsse“. Wohl mit ihm an vorderster Front oder was? Genügen ihm die 59 toten und endlos vielen schwerverletzten deutschen Soldaten noch nicht? Er möchte sich wahrscheinlich besonders wichtigmachen, da ihn ja niemand als Kanzlerkandidat wollte. So tun, als sei seine Meinung von Bedeutung.

Nochmals 20 Jahre lang Menschenleben westlicher Soldatinnen und Soldaten aufs Spiel setzen und zahllose weitere Milliarden in einem Land begraben, das nun einmal nicht „gerettet“ werden will von westlich denkenden Gutmenschen? Weiterhin eine super-korrupte Elite in diesem Land fett mästen, die völlig abgehoben über das hinwegregiert, was die Mehrheit der Menschen dort möchte?

Der Sieg der Taliban ist so schnell und umfassend, weil sie offensichtlich genau das erfüllen, was die Leute in Afghanistan wünschen: einen steinzeitlichen Islam, eine Scharia, die Frauen als Untermenschen behandelt und verachtet, grausame Tötungsmethoden und ekelhaften männlichen Chauvinismus.

Natürlich tun einem die aufgeklärten Afghaninnen, die es durchaus gibt, die Millionen Frauen und Mädchen, denen nun wieder die Schul- und Ausbildung und eine halbwegs anständige medizinische Versorgung vollkommen verwehrt werden, leid. Und wenn es möglich wäre, sollte man das Land tatsächlich endlich in eine anständige Demokratie verwandeln. ABER ES IST EBEN NICHT MÖGLICH! UND DIE LETZTEN 20 JAHRE HABEN DAS ZUR GENÜGE BEWIESEN.

Nun müssen die Afghanen endlich wirklich unter sich abmachen, ob sie auch weiterhin ungebildete Steinzeitmenschen mit einer Kalaschnikow im Arm und einem Sack von Geld aus dem Drogenhandel sein wollen, oder eine Nation, die wie die Mehrzahl der Nationen der Welt vorwärts blickt in eine bessere Zukunft. Deren Frauen gute Chancen bekommen, oder die daheim mit Burka lebendig begraben werden.

Die Ansichten dieser westlichen Journalisten, die nun nichts als jammern und so tun, als sei es eine komplette Überraschung, dass die Taliban so schnell wieder an Macht gewinnen, sind doch ziemlich naiv-blöd. Diese angeblich überrascht-dumme Naivität entspringt diesem sentimentalen, unrealistischen Gutmenschen-Denken, man müsse die Welt unbedingt und mit Gewalt retten, koste es was es wolle. Sie sind ja nicht diejenigen, die dafür zahlen müssen.

In DE und anderen europäischen Ländern demonstrieren die Leute ständig gegen «staatliche Bevormundung», gegen Impfungen, die freiwillig sind und mehr als vernünftig wären, gegen das Tragen von Masken, das Sinn macht und zahllose Ansteckungen verhindert hat. Mit einem Wort gegen das, was sie als «Übergriff» des Staates empfinden.

In Afghanistan wollen dieselben «Gutmenschen» dagegen mit Gewalt die Leute zu etwas bekehren und zwingen, was ihrer Denkweise diametral entgegengesetzt ist. Völlig absurd.

Und die OBERGRÜNE Tante Baerbock schreit schon wieder lauthals: «Öffnet die Grenzen und nehmt so viele Afghanen bei uns auf, wie möglich!» Der Frau ist doch wirklich nicht mehr zu helfen. Sie hat aus dem Desaster von 2015 absolut und überhaupt nichts dazugelernt. Derartige Lernimmunität ist schon pathologisch zu nennen.

Ihr dummes Geschwätz sendet genau die falschen Signale aus. Alle, die sich erhoffen, in DE den Topf mit Gold jenseits des Regenbogens zu finden, nein, mit einer Verbeugung überreicht zu bekommen, werden herbeiströmen mit der Ausrede, sie würden von den bösen Taliban verfolgt. Sie bräuchten Asyl.

Baerbock will Kanzlerin von Deutschland werden, nicht Hochkommissarin der UNO für Flüchtlingsfragen, oder? Und damit sollte sie als Kanzlerkandidatin vor allem dem «Wohle des deutschen Volkes» dienen und nicht so eine Wischiwaschi-Übung veranstalten: «Kommet alle, die ihr mühselig und beladen seid, wir wollen euch erquicken.»
Wirklich, der Posten Weltmeisterin in moralindummem Getue ist noch nicht ausgeschrieben.

Die Politiker/innen in Europa sollten endlich lernen, die Realitäten anzuerkennen und kluge Politik des politisch Möglichen zu betreiben.

Wer im rosaroten Wolkenkuckucksheim vor sich hin träumen möchte (wie Baerbock) oder alle Welt gewaltsam zum deutschen Wesen bekehren will (wie Röttgen), sollte lieber Märchenschriftsteller oder Autor von Action-Movies werden statt Politiker.

(14. August 2021)