„Thurgauner“

nennt eine NZZ Journalistin die Thurgauer /Schweiz, die immer wieder Gaunereien betreiben, sei es beim Dulden von chronischer und notorischer Tierquälerei, sei es beim absichtlichen Fälschen von Abstimmungsresultaten.

Und nun dies: Mitten in der Corona-Krise, mitten in den Anstrengungen möglichst viel zu Impfen, wird immer deutlicher, dass nicht nur die Schweiz weltweit ziemlich am Schwanz der impfenden Nationen steht, sondern der Kanton Thurgau sozusagen das Schlusslicht des Schlusslichtes bildet.

Seit Wochen verfügt der Kanton über ca 10’000 Impfdosen, die für 5’000 ältere und krankheitshalber gefährdete Menschen reichen würden. Davon wurden gerade mal 1’200 geimpft, zum ersten Mal.

Der restliche kostbare Impfstoff liegt weiterhin in den Kühllagern der Kantonsspitäler herum. Zumindest hofft man, dass er noch vorhanden ist.

Nach viel Trara wurde schliesslich ein Impfzentrum in Frauenfeld, der Kantonshauptstadt in einem Zelt (mitten im Winter in einem Zelt!!) eingerichtet. Zunächst hiess es, es werde am 11. Januar, dann am 16. Januar eröffnet. Mit viel Tamtam selbstverständlich.

Das Pikante und Interessante daran ist, dass mit der Führung dieses (und eines weiteren) Impfzentrums die „Hirslanden Group“, eine Privatklinik in der Schweiz beauftragt wurde. Und noch pikanter ist die Tatsache, dass der zuständige Thurgauer Regierungsrat für Finanzen und Gesundheit, U. Martin (SVP), erst letztes Jahr durch Vetternwirtschaft -unfaire Unterstützung seiner Mit-Räte auf der offiziellen Seite des Kantons- gewählt wurde.

Bis zu seiner Wahl war er- was wohl?

Sie haben richtig geraten! Er war bei der Hirslanden Group als PR-Chef angestellt. Und genau diese Hirslanden Group erhielt nun den Auftrag, zur Führung des Impfzentrums (und damit zum Geschäfte machen). Er habe aber GAR NICHTS mit dieser WAHL zu tun, betont der Herr.

Aber das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte. Die Hirslanden Group und der Kanton lassen sich Zeit mit dem Einrichten ihres Zeltes. Unterdessen erkranken immer mehr Menschen schwer und sterben. Die Sterberate liegt weit über den normalen Zahlen. Die beiden Thurgauer Spitäler kollabieren fast ob der Patientenmenge, die sie bewältigen müssen.

Kümmert weder Martin noch die Hirslanden Group. Geimpft wird immer noch nicht. In etlichen Altersheimen bricht wieder Corona aus.

Da kommt einer im Privatjet aus Südafrika angeflogen. Der reichste Mann Südafrikas, Mitbesitzer der Hirslanden Group, sowie von Richemont, einem Luxusgüterkonzern. Er braucht und will dringend eine Impfung. Er reist um Weihnachten in die Schweiz ein. An sich gilt hier Quarantänepflicht für 10 Tage. Bei Zuwiderhandlung Busse bis CHF 10’000. Er sei, sagt Rupert-Milliardär, 10 Tage in Quarantäne gewesen, habe nur 3 Angestellte gesehen. Aha!

Warum er sich nicht an seinem Schweizer Wohnsitz in Genf impfen lassen will oder kann, wird nicht erklärt. Vielleicht sagten die Genfer Behörden „Nein, du bist noch nicht an der Reihe“? Wer weiss.

Auf alle Fälle schaut er sich nach einem Kanton um, der ihm zu Willen wäre und probiert es erst mal in Luzern. Aber die sagen „Nein“. Da erinnert er sich sicher an den ehemaligen Angestellten von der Hirslanden Group, jetzt im Thurgau Regierungsrat. Daran, dass er sich im TG impfen lassen könnte und vielleicht auch daran, dass man es bei den Thurgaunern nicht so genau nimmt. Er fährt also, wie er sagt, in 3 1/2 Stunden von Genf nach dem Thurgau.

Er kam, fragte und erhielt, was er wollte. Als erste Person wurde er im Kantonsspital Münsterlingen, das sich dazu hergab, gegen Corona geimpft. Das Impfzelt war ja noch nicht parat. Das fand so am 11. oder 12. Januar statt und wurde still und leise und heimlich ausgeführt, genau wie die Impferei der Bundesräte, die eigentlich auch noch lange nicht an der Reihe gewesen wären. Statt einer alten Person, die dann vielleicht verstarb, erhielt also der Milliardär Rupert die Impfung. Zusammen mit 11 weiteren Glücklichen, die noch unbekannt sind. Vielleicht Familienmitglieder des Milliardärs?

Man hatte auch für alle Fälle schon mal ganz viele dumme Ausreden bereit: Er sei zwar noch nicht 75+, also gehörte nicht zu der Gruppe, die gerade jetzt geimpft werden sollte, aber er leide an Übergewicht (das er sich selbstverständlich selbst zuzuschreiben hat), ausserdem sei er herzkrank und sonst noch dies und das. Also gehöre er zur Gruppe der Gefährdeten. Auf den Fotos sieht man ihn immer munter golfen, sooo schlimm kann also das mit dem Herz nicht sein.

Und selbst wenn: Südafrika ist für den Herrn zuständig oder wenn schon Schweiz, dann der Kanton Genf und nicht der Thurgau.

Ausserdem, hiess es, hätte man einen „Probelauf“ mit dem Impfstoff machen wollen, damit dann bei der Bevölkerung alles schön klappe mit dem Impfen. Und da habe man sich, laut CEO der Hirslanden, nach jemand umgesehen, der gerne schnell geimpft worden wäre und siehe da, da kam dem CEO Liedtke doch tatsächlich der Rupert in den Sinn.

Dass schon Tausende von Thurgauer/innen auch „gerne schnell geimpft worden wären“ fiel dem Herrn nicht ein.

Und dann passiert das Schreckliche und irgendein Journalist findet heraus, was da so gelaufen ist, so hintenrum, klammheimlich mit dem Impfstoff, von dem es chronisch heisst, es habe zu wenig.

UND DANN IST DER SKANDAL DA UND GROSS und alle gehen schnell in Deckung. Im Gesundheitsamt in Frauenfeld weiss man selbstverständlich von gar nichts, ist total überrascht und sogar „verärgert“ (Martin, SVP)

Einen Tag später (heute, 22. Januar), als der Protest immer lauter wurde, entschuldigt sich CEO Liedtke bei der Bevölkerung des Kantons Thurgau für das Impfen des Milliardärs Rupert. Das sei gar nicht so gemeint gewesen, das hätte er nie gedacht, dass dies so schlecht bei der Bevölkerung ankomme und was der billigen Ausreden mehr sind.

Herr Rupert ist Milliardär und stammt aus einem bitterarmen Land. Der Unterschied dort zwischen EXTREM reich und EXTREM arm ist GEWALTIG.
Es ist daher nicht nur gegenüber der Thurgauer Bevölkerung eine schlichte Unverschämtheit, dass der Milliardär hier geimpft wurde, sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung in Südafrika.

Er hätte dort etwas Weniges von seinem Reichtum in Impfstoff umwandeln, sich dort dann selbst als Erster impfen lassen können – auch in Südafrika gibt es hervorragende Kliniken- und hätte dabei etwas Gutes getan für sein Land, indem er Landsleuten die Impfung ermöglicht hätte.

Aber Nein! Wir sind hier bei readon absolut nicht gegen Reichtum und Reiche. Wenn der Reichtum ehrlich erworben wurde, mit anständiger Arbeit oder von Eltern geerbt wurde, die diesen anständig erworben haben, ist das okay. Und man kann ja auch etliches Gutes damit tun (siehe Bill Gates)

Aber der hier ist nur hierher geflogen, hat es zuerst in Luzern versucht, obwohl sein Wohnsitz Genf ist. Hat, wenn er nicht in Quarantäne war, auch noch gegen Schweizer Gesetze verstossen, wovon sicher auch seine Hirslanden Helfershelfer wussten.

Für seine privilegierte Behandlung gibt es nach wie vor keinerlei Entschuldigung. Auch wenn der CEO jetzt so tut, als entschuldige er sich. Wenn überhaupt, ist der Kanton Genf für den Mann und seine Impfung zuständig, aber keinesfalls der Thurgau.
Der Thurgau und damit auch die Hirslanden Gruppe, ist extrem rückständig punkto Impfung. Schweizweit das absolute Schlusslicht. Und da erdreisten sich diese Nullen, einen Milliardär, der hier nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat, zu impfen! Auch das Aufzählen seiner vielen medizinischen Probleme ist keine Entschuldigung für die Impfung. Der TG ist nun einmal nicht zuständig für ihn.

Aber die Hirslanden Gruppe und der Regierungsrat Martin sind es der Thurgauer Bevölkerung schuldig, dass nun endlich ALLE Alten und Gefährdeten sorgfältig und schnell geimpft.werden.

Es sind aber immer noch sehr viele Fragen offen:

  1. Wer waren die anderen 11 Personen, die mit dem MILLIARDÄR ZUSAMMEN so still und heimlich GEIMPFT WURDEN? Waren das womöglich Angehörige von Rupert?
  2. Wenn der Herr Milliardär seinen „Mitarbeitern“ angeblich als gutes Beispiel vorangehen wollte punkto Impfung, warum wurde nicht eine Grossaktion dazu im Kanton GENF ÖFFENTLICH durchgeführt? Oder noch besser in Südafrika? Warum die Geheimniskrämerei hier? Die dann ja doch ans Tageslicht kam.
  3. Und wieviel hat die Hirslanden Gruppe von dem Mann für die Impfung erhalten?
  4. Und verimpft die Hirslanden Gruppe nun alle vorhandenen Impfdosen schnellstens an die Gruppen, die laut Bundesrat an der Reihe sind, oder verschwinden die gegen viel Geld irgendwohin? Ins Ausland womöglich oder an weitere Extra-Reiche im Inland?
  5. Denn es wird im TG, aber auch in Bern u.a. Kantonen eindeutig verdächtig wenig Impfstoff von dem schon vorhandenen benutzt. Der Kanton TG hatte am Samstag, 23. Januar erst 19,8% des Impfstoffes geimpft. Positive Ausnahmen die Kantone Basel-Stadt, Obwalden, Zug,Appenzell-I, Schaffhausen, Solothurn und Nidwalden. Schlusslichter Thurgau und Neuenburg. Was machen all die Kantone mit dem Impfstoff, da sie zu wenig impfen? Oder zumindest nicht so viel, wie sie könnten?
  6. Ist es wirklich so, wie jetzt in Foren in deutschen Medien behauptet wird, dass die Schweiz ein einziger Haufen geldgieriger Geier ist?

Die Entschuldigung des CEO Liedtke und die dümmlichen Ausreden des Martin (SVP) sind ohne schlüssige Antworten auf alle diese Fragen nur das: Schöne Worte, die man äussert, weil man dummerweise bei einer Gaunerei ertappt wurde. Hätte niemand die Gaunerei bemerkt, wäre alles hübsch unter der Decke geblieben und niemand von denen hätte auch nur im Traum daran gedacht, sich für irgendetwas zu entschuldigen.

Übrigens, wenn wir schon von Entschuldigungen reden: auch der Herr Milliardär sollte sich schleunigst entschuldigen und wie gesagt als Reue und Busse Geld an ein gutes Werk in seiner Heimat stiften. Zum Beispiel Impfstoff für sehr Arme dort.

NACHSPIEL VOM 24. JANUAR

Am 24. Januar gibt der Impfdrängler, alias Milliardär Rupert, der Sonntagszeitung auch noch ein Interview in dem er sagt: «Es war ein Fehler, aber es war legal»

  1. War es kein «Fehler», sondern eine Unverschämtheit und
  2. War es keineswegs «legal». Was soll daran legal sein, wenn einer, der seinen Wohnsitz in Genf hat, in den Thurgau zum Impfen fährt? Entgegen den Corona-Regeln und Vorschriften des Bundesrates, die nun mal in der Schweiz gelten?
    Er zahle in der Schweiz Steuern und auch Krankenkasse, behauptet er jedenfalls. Das tun aber alle Bewohner/innen der Schweiz. Deswegen haben sie noch lange nicht das Recht, in andere Kantone zu fahren, um sich beim Impfen vorzudrängeln.

Dann führt er nochmals eine neue Ausrede an: «Die Personalabteilung seines Unternehmens habe vorgeschlagen, dass sich die Führungskräfte möglichst bald impfen lassen sollen, um so ein gutes Beispiel für die Belegschaft abzugeben, damit diese sich auch möglichst rasch impfen liesse.»
So ein Bullshit!

  1. Nach dieser Logik müssten sich ja erstmal alle Führungskräfte von Schweizer Firmen impfen lassen.
    Der Bundesrat der Schweiz hat aber ganz klar vorgegeben, dass zuerst 75+ und wegen Krankheiten Gefährdete geimpft werden. Und zwar im jeweiligen Wohnkanton. Von «Führungskräften» ist absolut nicht die Rede. Und «Belegschaften» von Firmen können sich impfen lassen, wenn sie an der Reihe sind und zwar die, die möchten, Beispiel vom Boss hin oder her.
  2. Warum, wenn es doch angeblich ein „Beispiel“ hätte sein sollen, wurde die ganze Aktion so klammheimlich durchgeführt???

Das sind nun wirklich nur die allerbilligsten Ausreden, die dieser Mann vorbringt, um seine Unverschämtheit in ein hübsches Mäntelchen zu hüllen.
Die Luzerner haben das gleich durchschaut und seinen Impfgelüsten einen Riegel vorgeschoben. Die Verantwortlichen des Thurgau, oder, wie die NZZ sie nennt, die Thurgauner, und die Verantwortlichen der Hirslanden Group liessen sich von dem Gesülze einwickeln.
Seine billigen Entschuldigungen kann er sich sparen. Und seine Zweitimpfung soll er sich mal hübsch im Kanton Genf spritzen lassen, wo er angeblich auch Krankenkasse zahlt.

Es ist zu hoffen, dass in Zukunft auch die Tagesanzeiger Mediengruppe derartige Unverschämtheiten nicht noch mit einem Interview „belohnt“ und damit solch korruptes Tun auch noch unterstützt!

Es sterben täglich immer noch vor allem ältere Menschen hier im Thurgau (natürlich nicht nur hier, aber unser Thema ist Impfung im Thurgau), da sie immer noch keine Impfung erhalten.
Wird höchste Zeit, dass die Schweiz aus ihrer Schlafmützigkeit erwacht und der Thurgau aus seiner schon chronischen und notorischen Korruption und die ein für alle Mal beendet.

(22./ 24. Januar 2021)