Corona und Weihnachten

Passt doch ganz gut zusammen:
a) Corona die Krone
b) Weihnachten die festliche Krone des Jahres
So what?

Wegen a) sind wir mehr oder weniger im kombinierten Shut-/Lockdown, auf jeden Fall sind wir „down“
für b) erwartet man genau das Gegenteil: Besuche, Feiern, Zusammensein, Singen und Musizieren, ein Gläschen oder zwei in der Gemeinschaft trinken, in die Kirche gehen, Familie um sich versammeln und vor allem vor Weihnachten ordentlich Shopping veranstalten.

Und jetzt das! Und zusätzlich noch eine Virusmutation. Noch dazu vom Star-Corona-Leugner Boris Johnson! Der ist offenbar so bekehrt, dass er nun alles dicht macht. Alle in den Tower, Türen zu, dickes Schloss davor, kein Entkommen.

Bei uns sind die Maßnahmen etwas weniger streng als in Grossbritannien. Momentan. Wer weiß was das Virus noch für Mutationen hervorbringt. Was aber zu erwarten war. Wenn sich so ein Mini Bio- Chemielabor permanent selbst kopiert, kommt es halt zu Kopierfehlern. Und die können schlecht für das Virus sein und es harmloser oder gar wirkungslos machen, oder aber das Virus wird dadurch viraler, kann sich noch besser vermehren (was ja sein eigentlicher Sinn ist) und kann für Mensch und Tier noch gefährlicher werden.

Hatten wir alles schon. So oder so. Einmal „So“ beim Sars-CoV 1, das einfach verschwunden ist, das andere „So“ war die Spanische Grippe von 1918-1920, bei der das Virus in eine noch gefährlichere Variante mutierte.

Viele gehen auf die Straße, z.B. die Querdenker (Leute mit einem Brett oder Balken vor dem Kopf) oder Leute, die wirklich Sorge haben um ihr Geschäft, ihre Zukunft, ihr Sozialleben, ihre Freunde etc.

Man muss sich deshalb fragen, ob die Exekutive in Deutschland soweit alles richtig gemacht hat. Die Legislative wurde ja die letzten Monate gar nicht mehr gefragt. Und die Judikative hat lange gebraucht, um festzustellen, dass individuelle Freiheit auf Basis des Grundgesetzes vielleicht doch hinter dem Allgemeininteresse der Gesundheit aller zurückstehen sollte und muss.
Wir wissen nicht im Einzelnen, was im Kabinett im Detail diskutiert wurde. Vermutlich (Neudeutsch: mutmaßlich) wurden viele Dinge besprochen, die einfache Bürgerinnen, Geschäftsleute, Ärzte und Krankenhauspersonal, bewegt und um die wir uns Sorgen machen.

Wie meist kann man erstens nicht alles erfassen, zweitens muss man Kompromisse schließen, das eine gegen das andere abwägen. Und häufig wird es so sein, dass man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben muss.

Wir sind auch nicht mit all dem einverstanden, was da so beschlossen wurde. Z.B. wären wir vor Weihnachten noch gerne in diverse Läden einkaufen gegangen, hätten uns gerne noch mit Freunden zum Kartenspiel getroffen oder Verwandte besucht. Nichts von alledem ist möglich. Aber wir gehen bei diesen Überlegungen von unserer Verhaltensweise aus, tragen ja seit neuestem sogar FFP 2 Masken beim Einkaufen im Supermarkt oder auf dem Markt, halten Abstand und sind überwiegend zuhause. Aber tun das alle?

Heute habe ich beobachtet wie vor einem großen Supermarkt die Leute kurz vor Öffnung dicht zusammenstanden, ohne Masken, in 50 cm Abstand. Weil es kalt und feucht war strömten aus ihren Mündern wahre Nebelschwaden an Atemluft, der Gegenüber bekommt den Schwall feuchten Atems ab und inhaliert diesen. Hoffentlich ohne die Nanometer kleinen Viren, die an den Atemtröpfchen hängen könnten. Sind deshalb die Infektionsraten so hoch, weil die Leute wieder unvorsichtig geworden sind, zu dicht aufeinander stehen, einige Superspreader ihre Virenlast millionenfach verteilen? Man möchte gar nicht daran denken.

Wie man es auch dreht, ein Optimum kann es nicht geben, es kann nur partielle Suboptima geben, für manche sind das halt Minima ihrer Lebensphilosophie. Aber lieber einige Zeit im Minimum leben, als auf einer Intensivstation an Atemnot ersticken und andere, die um die Leben der Schwerkranken kämpfen, noch ins Unglück mitreißen.

Verbesserungspotential (Neudeutsch: room for improvement) gibt es immer. Wir meinen, es wäre trotz aller kurzfristig zu treffenden Maßnahmen wichtig gewesen, das deutsche Parlament in alle Entscheidungen einzubinden. Das hätte die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung vielleicht verbessert und vielleicht wären noch einige gute Ideen dazu gekommen, wie man die Krise besser bewältigen kann, schon Weihnachten zu liebe.

Readon wünscht allen ein schönes Weihnachtsfest – trotz allem – und ein glückliches und gesundes neues Jahr.