Die kurioseste Geschichte des Monats

Österreich ist doch immer für kuriose G’schichten gut. Aber diese hier schlägt nun wirklich fast alles. Um was es geht?

Buchstäblich um „Schnee von gestern“. Den haben sie im letzten Winter nämlich gesammelt, die Kitzbühler. Angeblich. Und unter einer Plane eiskalt gehalten. Scheinbar. Preisfrage: Wieviel Kälte muss extra mit Strom erzeugt werden, um Schnee vom letzten Winter einen heissen Sommer hindurch so zu kühlen, dass er sich nicht als Wasser davonstiehlt?

Und wer das befremdlich weisse Band in der braunen Herbstlandschaft betrachtet, fragt sich natürlich: „Wie ist denn der Schnee so schön gleichmässig dorthin gekommen?“ Vom Himmel herunter ist er ja nicht gefallen. Mit Diesel betriebene Lastwagen für den Transport vom Kühlhaus zur Piste, Planiermaschinen, Pistenmaschinen kommen einem da in den Sinn. Diesel…na, das ist doch…CO2?? VIEL CO2 bis der Schnee dorthin gelangte, wo er jetzt liegt und noch mehr CO2, um ihn so schön platt und glatt zu walzen, so dass er nicht gleich wieder den warmen Hang hinunterläuft. Und wie hält man ihn nun kalt? In diesem Oktober?

Irgendwo ist es ja auch tröstlich, dass die Bergbewohner Österreichs den Klimawandel so wenig ernst nehmen. Vielleicht gibt es ihn eben doch nicht, oder?

Eine andere Frage ist natürlich, warum die Menschen so ungeduldig sind und unbedingt schon im Oktober auf Kunstschnee und Skiern einen Hang herunterfahren müssen. Kann man heutzutage denn gar nicht mehr darauf warten, bis Mutter Natur uns im Dezember mit Schnee vom Himmel beglückt?

Nein, sagen die Betreiber der Bergbahnen Kitzbühel. Sie bestehen auf Skistart im Oktober, schon seit etlichen Jahren. Klimawandel hin oder her. Das bringe Geld, so eine Piste.

Na klar doch. Kitzbühel ist ja auch bei Arabern beliebt. Im Vergleich mit ihrem Wüstenstaat so schön kühl. Und was man sich in Dubai leistet, bei Aussentemperaturen von 40° und mehr, nämlich künstliche Skipisten auf künstlichem Schnee, können sich die Tiroler erst recht leisten, bei nur ca 17 Grad Aussentemperatur. Das kurbelt die Wirtschaft an.

Ohjeh, die gute Greta fehlt uns da aber sehr. Statt den Tirolern den Klimamarsch zu blasen, treibt sie sich immer noch in Amerika herum. Und weiss womöglich gar nicht, welche grotesken Umweltsünden und Klimasünden diese Österreicher begehen, kaum hat sie Europa mal den Rücken gekehrt. Wird Zeit, dass sie wieder heimkommt (fragt sich nur wie?) und hier für Ordnung sorgt.

Allerdings, es muss gesagt sein, traurig ist hier niemand, dass man ihre Leidensmine einmal ein paar Monate lang nicht täglich in den Medien serviert bekommt.

Ja, die Welt wird immer bunter und kurioser.

Die Tiroler hätten mit ihrer Pistenerstellung eigentlich wenigstens bis zum offiziellen Eröffnungsdatum der Narretei, dem 11. 11. 11 Uhr 11, warten sollen. Das hätte dann wenigstens gepasst. Aber so mitten im Spätsommer??

(22. Oktober 2019)